Bild: Richard Pilnick
Yogafestival Workshop: Augen zu und durch – Yoga Workshop
Datum: Sa 06.11.2026
Ort: Antonia Werr Saal
Uhrzeit: 15:00-16:30 Uhr
Lehrer: Eddy Gonzales
Beschreibung des Workshops:
Wir leben in einer Welt, die stark vom Sichtbaren geprägt ist. Unser Geist ist daran gewöhnt, Menschen und Dinge zunächst nach ihrem äußeren Erscheinungsbild zu beurteilen. Auch uns selbst betrachten wir viel zu oft mit den Augen der Welt und viel zu selten mit dem Herzen. Wir achten darauf, wie wir aussehen, wie wir wirken und ob wir den Erwartungen anderer entsprechen. Dabei vergessen wir leicht, dass unser wahrer Wert nicht im Spiegel zu finden ist, sondern in unseren Gedanken, unseren Gefühlen und in der stillen Wahrheit unseres Innersten.
Es ist ein großes Geschenk, sehen zu können, und wir dürfen von Herzen dankbar dafür sein. Doch wenn wir unsere Augen für eine Weile schließen, geschieht etwas Wunderbares: Die äußere Welt tritt leise zurück und eine andere Welt beginnt sich zu öffnen. Unsere Aufmerksamkeit kehrt nach Hause zurück, zu unserem Atem, zu unserem Körper und zu all dem, was in uns lebendig ist.
Im Yoga wird dieses Zurückziehen der Sinne Pratyahara genannt. Es ist das fünfte Glied des achtgliedrigen Yogaweges und bildet eine Brücke zwischen der äußeren und der inneren Praxis. Dabei geht es nicht darum, unsere Sinne abzulehnen oder unsere Gedanken und Gefühle zu verdrängen. Vielmehr lernen wir, nicht mehr jeder Wahrnehmung, jeder Emotion und jedem Gedanken folgen zu müssen. Wir wenden unsere Aufmerksamkeit bewusst nach innen, denn dort liegt unsere Kraft. Dort finden wir die Ruhe, die Klarheit und das Vertrauen, nach denen wir so oft im Außen suchen. Wenn wir während unserer Yogapraxis die Augen schließen, können wir noch feiner wahrnehmen, welche Bewegungen unserem Körper guttun und welche Intensität sich für uns richtig anfühlt. Wir entdecken Empfindungen, an denen wir mit geöffneten Augen vielleicht vorbeigegangen wären. Plötzlich beginnen wir, mit unseren Händen, unseren Ohren, unserem Atem und jeder einzelnen Nervenbahn unseres Körpers zu sehen. Auf diese Weise gewinnen wir weit mehr als eine neue Perspektive. Wir entwickeln Vertrauen in uns selbst und in die Weisheit unseres Körpers. Wir hören auf, uns ständig mit anderen zu vergleichen, und befreien uns Schritt für Schritt von der Vorstellung, wie etwas sein muss. Wir verlassen das So muss das sein und finden zurück zum So ist es gerade.
In diesem stillen Annehmen begegnen wir uns selbst. Nicht unserem äußeren Bild, sondern dem Menschen, der darunter lebt, fühlt und atmet. Und je tiefer wir nach innen lauschen, desto deutlicher erkennen wir: Alles, was wir brauchen, trägt bereits eine leise Stimme in uns. Wir müssen nur still genug werden, um sie wieder zu hören. Also schließen wir die Augen und werden SEHEN, was passiert.
Infos zum Lehrer:
Eddy Gonzales’ Leidenschaft für Bewegung begann bereits im Alter von 13 Jahren mit Breakdance. Schon damals faszinierte ihn, was der menschliche Körper durch Bewegung, Kraft und Beweglichkeit ausdrücken kann. Besonders das regelmäßige Dehnen wurde über viele Jahre zu einem festen Bestandteil seines Lebens. Mit 27 Jahren entschied er sich, seinen Körper nicht mehr so intensiv zu belasten. Er suchte nach einer Form der Bewegung, die Kraft und Beweglichkeit mit Ruhe und Bewusstsein verbindet. Dieser Wunsch führte ihn zu seinem ersten Yogakurs und dort entdeckte er seine Liebe zum Hatha und Vinyasa Yoga. Was zunächst als körperliche Praxis begann, entwickelte sich immer mehr zu einem persönlichen Lebensweg. Über viele Jahre beschäftigte sich Eddy intensiv mit Yoga, Meditation, Atmung und der Philosophie hinter der jahrtausendealten Tradition. Yoga wurde für ihn zu weit mehr als einer Praxis auf der Matte. Es wurde zu einer Möglichkeit, Körper, Geist und Herz miteinander zu verbinden. Nachdem Eddy über Jahre hinweg Yogakurse in Ingolstadt angeboten hatte, wurden auch Veranstalter verschiedener Yogafestivals auf ihn aufmerksam. Es folgte eine besondere Zeit, in der er regelmäßig zu Festivals eingeladen wurde und seine Leidenschaft für Yoga mit immer mehr Menschen teilen durfte. Doch sein Weg führte ihn noch weiter. Eddy begann, eigene Yogatouren durch Deutschland zu organisieren. Mit Projekten wie „Spreng den Rahmen“ und der „Om Armung Tour“ reiste er quer durch das Land. Seine Stationen führten ihn von Hamburg bis an den Bodensee und brachten Menschen an unterschiedlichsten Orten durch Yoga zusammen. Betrachtet man seinen bisherigen Weg, zieht sich ein besonderer roter Faden hindurch: vom Breakdance zum Yoga, von der äußeren Bewegung zur inneren Bewegung. Was im Alter von 13 Jahren mit der Freude am eigenen Körper begann, entwickelte sich zu einer Leidenschaft, die längst weit über die Yogamatte hinausgeht. Warum er so gerne Yoga unterrichtet, beschreibt Eddy selbst so: „Weil ich es liebe, einen Raum zu öffnen, in dem Sorgen leise werden und verfliegen. Einen Ort, an dem Angst keinen Platz findet und ein hartes Herz weich werden darf. Weil ich es liebe, Unsicherheit in den Müll zu werfen und den schönen Garten der Gedanken mit liebevollen Gedanken zu gießen. Weil ich allem, was verschlossen ist, die Tür aufschließe, damit der innere Vogel frei fliegen darf. Weil es Tore gibt, hinter denen die Liebe die Antwort auf alles ist. Weil wir hier sind, um uns zu erinnern, woher wir kommen und warum wir hier sind. Weil das Leben der Liebe gewidmet sein darf, denn das ist unser Hauptfach. Weil ein Yogalehrer glücklich sein darf, wenn er dient und weil ich dankbar bin, dass das Universum auf meiner Seite ist.
Am Ende zählt eine einfache Wahrheit: Wir schließen den Toten die Augen, und Yogalehrer öffnen den Lebenden die Augen. Aham Prema.



